Manuskript überarbeiten

Hallo ihr Lieben!

Seit März bin ich nun schon mit der Rohfassung meines Manuskripts fertig. Wow, das war ein Gefühl! Unbeschreiblich. Mir war nach lachen und weinen gleichzeitig zumute. Es hat sich so genial angefühlt und war auch solch eine Erleichterung.

Als ich angefangen habe, meine Geschichte aufzuschreiben, hatte ich zwar natürlich den Willen, das Manuskript fertig zu schreiben, aber da ich vorher nicht wusste, wie viel Arbeit es sein und wie viel Zeit und Nerven es kosten würde, konnte ich auch nie mit Sicherheit sagen, ob ich es wirklich schaffen würde. Natürlich hätte ich das nie laut gesagt 😉 So richtig kapiert habe ich das selbst erst, als mich diese Erleichterung durchflutete. Sie war sogar noch eher zu spüren als der Stolz.

Ich bin wirklich nicht oft stolz auf mich. Ich bin sogar eher jemand, der oft unzufrieden mit sich ist, obwohl ich weiß, dass ich 100% gegeben habe. Aber in dem Moment, als ich das Wort „Ende“ unter die Rohfassung meines Manuskripts schreiben konnte, war ich tatsächlich happy und erstaunt und einfach nur stolz auf mich. Das ist ein riesiger Meilenstein, und jeder, der selbst schreibt, wird wissen, was ich meine 😉

Ende April 2017 habe ich die Geschichte geplottet – mit Karteikarten auf Pappwänden – und habe die ersten Szenen zu Papier gebracht. Die Szenen schrieb ich nicht chronologisch, sondern einfach ungeordnet, so wie sie mir gerade eingefallen sind. Ich hab immer die Szene geschrieben, auf die ich gerade Bock hatte. Einzelne Textstellen, Plot und Charaktere sind also die ganze Zeit parallel entstanden, je nachdem was sich gerade in den Vordergrund gedrängt hat.

Erst viel später habe ich angefangen, chronologisch von Kapitel 1 beginnend zu schreiben und meine bereits vorhandenen Szenen in die Geschichte einzubauen.

Für das erste Drittel der Geschichte habe ich ziemlich lange gebraucht und bin immer nur stückchenweise vorangekommen, vor allem weil ich immer gleich alles perfekt schreiben wollte und ewig über die richtige Wortwahl und die perfekte Satzstellung gegrübelt habe. Dann hatte ich eine zeitlang sehr viel Stress in meinem Brotjob, sodass ich weder Kraft noch richtige Lust hatte, abends noch am Manuskript zu arbeiten.

Erst als ich mir gegen Ende des Jahres das Ziel gesetzt habe, dass ich die Rohfassung bis zur Leipziger Buchmesse fertig haben wollte, ging es wieder voran. Ich rechnete mir aus, wie viele Kapitel ich pro Woche schreiben müsste, wenn ich bis Anfang März fertig werden wollte. Und dabei stellte ich fest, dass das ziemlich eng werden würde. Laut meinem Plan musste ich dann ca. 3-4 Kapitel pro Woche schreiben. Das klingt vielleicht nicht so sonderlich viel, aber ich wusste, dass ich an einem freien Tag zwar schon mal ein Kapitel (also ca. 10 Normseiten) schreiben kann, wenn es gut läuft und ich mich nicht ablenken lasse, aber an einem Arbeitstag schaffte ich für gewöhnlich nicht besonders viel.

Mit dem Ziel vor Augen, dem Plan als Mahnung neben dem Schreibtisch und eisernem Willen hab ich es tatsächlich geschafft, eine Woche vor der Leipziger Buchmesse fertig zu werden: mit fast 300 Normseiten und ca. 66.000 Wörtern.

Ich habe also die letzten zwei Drittel in gerade einmal zwei Monaten geschrieben. Und das ging nur, weil ich endlich kapiert habe, dass die erste Fassung nicht perfekt sein muss. Dann lief es plötzlich ganz großartig und floss nur so aus mir raus. Und es ist tatsächlich erstaunlich, wie viel man schaffen kann, wenn man sich jeden Tag an den Laptop setzt und einfach schreibt. Ich hab mich total daran gewöhnt und an Tagen, die ich mir zwischendurch mal frei genommen habe, war ich total kribbelig, weil ich weiterschreiben wollte. Total verrückt! 😀

Nach der Leipziger Buchmesse hab ich allerdings gemerkt, dass die Wochen davor doch ziemlich anstrengend und kräftezehrend waren. Ich hab mir also erstmal eine Pause gegönnt und das Manuskript eine ganze Weile ruhen lassen.

Und ich kann euch sagen, wenn man so beflügelt davon ist, seine Story fertig geschrieben zu haben, dann ist es übrigens ein ziemlicher Dämpfer, sein Werk danach das erste Mal an einem Stück durchzulesen… :/ Die letzten zwei Drittel hatte ich ja einfach nur so runtergeschrieben, die waren von mir selbst im Prinzip nie gelesen worden. Und das erste Drittel war ja nun schon Monate her, sodass ich mich gar nicht mehr so genau daran erinnern konnte.

Und nun fing ich also an, mein „Kunst“werk zu lesen, und fand es … nun ja … nicht so toll. Wenn man über Wochen Schreibratgeber und Blogs von Schreibcoaches liest und recherchiert, wie man Dialoge schreibt, Spannung aufbaut und interessante Charaktere formt, dann entwickelt man sich stetig weiter, und man schaut plötzlich auf seine Rohfassung und denkt sich „Verdammt, wer hat denn bitte diesen Mist verzapft?!“ – jedenfalls ging es mir so. Irgendwie klang alles zu kindlich, zu umgangssprachlich, zu einfach. Und das hat mich richtig runtergezogen. Echt übel.

Glücklicherweise hab ich positives Feedback von zwei Freundinnen bekommen, die meine Rohfassung als erste komplett gelesen haben. Beide fanden meinen Schreibstil gut und leicht zu lesen und waren von der Geschichte sehr angetan. Das gab mir wieder neuen Mut. Okay, offenbar war doch nicht alles für die Katz. Sprache und Stil kann ich immer noch verbessern, Hauptsache die Story ist schon mal gut.

Und nun sitze ich also an der Überarbeitung des Manuskripts, stets bemüht, nicht wieder in Selbstzweifeln zu ersticken 😉 Wenn ich einen Blick auf mein Bücherregal werfe, ruft es laut in mir: „Da soll endlich auch was von mir stehen!“ Und deshalb geb ich nun mein Bestes, um aus der (noch ein bisschen holprigen) Rohfassung ein großartiges Buch zu machen 🙂

Schreibst du auch? Dann kennst du sicher diese Selbstzweifel und Ängste, nicht gut genug zu sein. Wie gehst du damit um? Wie motivierst du dich, trotzdem weiterzumachen und nicht aufzugeben? Schreib mir gern einen Kommentar oder eine E-Mail dazu – ich würde mich mega freuen! ♥

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