Bücher

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Ich sitze momentan am Manuskript meines Debütromans, einer humorvollen (nicht nur) Liebesgeschichte. ♥

Unter der Rohfassung steht seit Anfang März „Ende“. Nun habe ich das Manuskript in ein paar Durchläufen überarbeitet, und zurzeit ist es  im Verlag im Lektorat.

Leider gibt es noch keinen offiziellen Titel, sondern läuft bei mir noch als Projekt „Lina & Ben“.

Mein Roman wird im Januar/Februar 2019 beim Angelwing Verlag veröffentlicht.

Die gut organisierte und klar strukturierte Lina ist im Inneren jedoch eine Träumerin. Sie versucht sich an die Regeln ihrer Mutter und die Wertvorstellungen ihrer besten Freundin Sophie zu halten, will aber eigentlich viel lieber mit ihrem Freund Ben glücklich werden. Erst die Verlobung ihrer Mutter reißt Lina aus ihrer gewohnten Welt, und sie fängt an, ihre bisherigen Entscheidungen infrage zu stellen. Sie ist jedoch zu sehr in ihrer Gewohnheit gefangen und zu stark von Sophie beeinflussbar, sodass sie Gefahr läuft, ihre Beziehung aufs Spiel zu setzen und alles zu verlieren. Und dann ist da ja auch noch ihr größtes Geheimnis. Wie wird Ben wohl darauf reagieren? Und was hat das alles mit Sophie zu tun?

 

Damit ihr schon mal ein bisschen hineinschnuppern könnt, findet ihr hier eine kurze Leseprobe aus meiner überarbeiteten Fassung (also noch vor dem Lektorat). Verzeiht mir also ein paar Fehler und ungelenke Formulierungen 😉

 

Leseprobe „Lina & Ben“ (Arbeitstitel)
Überarbeitete Fassung vor Lektorat, Stand: 15.09.2018

Mit gesenktem Kopf schleiche ich zum Büro meines Chefs. Ich hole einmal tief Luft und klopfe dann an seine Bürotür. Er bittet mich herein, und ich stelle mich mitten in den Raum und versuche, ihn nicht direkt anzusehen.

„Sie wollten mich sprechen?“

Er sitzt an einem übergroßen Schreibtisch, und sein Blick ist fest auf einen der beiden großen Monitore gerichtet. Es ist ganz still im Raum, bis auf sein Mausklicken hört man nichts.

Ein paar Minuten vergehen. Da er nach wie vor nichts zu mir gesagt hat, ja, mich nicht einmal angesehen hat, weiß ich nicht so recht, wohin mit mir. Soll ich mich an den Besprechungstisch setzen, der im hinteren Teil des Büros steht? Oder soll ich lieber hier stehen bleiben, in der Hoffnung, dass er sich noch in diesem Jahrhundert erinnert, dass er mich herbestellt hat? Und was zum Kuckuck macht man eigentlich mit Armen? Lässt man die einfach herunterhängen? Ich stecke die Hände in meine Hosentaschen, ziehe sie aber gleich wieder heraus, weil ich mir blöd vorkomme. Dann verschränke ich die Arme vor der Brust, fühle mich jedoch sofort wie ein trotziges kleines Mädchen, weshalb ich die Arme wieder sinken lasse.

Ich blicke mich in dem Büro um und sehe, dass auf dem Balkon ein kleiner Grill steht. Nicht sein Ernst! Wann grillt der hier denn? Hat die Firma den Grill etwa bezahlt? Kann man einen Grill von der Steuer absetzen?

Stirnrunzelnd sehe ich wieder zu meinem Chef herüber, der nach wie vor auf seinen Bildschirm starrt.

Ein dumpfer Aufprall lässt mich aufschrecken. Offenbar ist soeben ein Vogel gegen die Scheibe geflogen, der sich aber schon wieder aufrappelt und davonfliegt.

Auch Herr Schröder ist davon aufgeschreckt. Er sieht zunächst zum Fenster, dann zu mir.

In seinen Augen steht für einen kurzen Moment die Verwirrung geschrieben – er hat mich doch tatsächlich vergessen.

„Ach, Frau Berger. Sie wollten mich sprechen?“

„Also, eigentlich wollten Sie mich…“

„Setzen Sie sich doch. Ich bin in ein paar Minuten bei Ihnen.“

Klar, ist ja auch nur meine Lebenszeit, die hier verrinnt.

Ärgerlich setze ich mich an den Besprechungstisch. Sobald ich sitze, stelle ich fest, dass ich lieber stehen geblieben wäre. Soll ich die Beine übereinanderschlagen? Lege ich die Unterarme auf den Tisch oder lieber auf die Armlehnen des Stuhls? Und vor allem: War Sitzen schon immer so unbequem? Oder liegt es an dem Stuhl?

Ich beuge mich seitlich ein wenig herunter, um zu sehen, ob man den Stuhl irgendwie verstellen kann. Dabei verliere ich das Gleichgewicht und wäre beinahe umgefallen, kann mich aber gerade noch abfangen.

Zumindest errege ich dadurch wieder die Aufmerksamkeit meines Chefs und erinnere ihn daran, dass es mich noch gibt. Ohne den Blick vom Bildschirm abzuwenden, hält er den Zeigefinger in die Höhe, vermutlich um mir zu verstehen zu geben, dass ich noch einen Moment warten soll. Eine Minute. Oder eine Stunde.

Ein Blick auf die Uhr über der Tür verrät mir, dass ich schon seit 20 Minuten hier bin, weshalb ich augenblicklich wütend werde. ER hat mich doch herbestellt!

Da ich gerade nichts Besseres zu tun habe, beginne ich, alles im Zimmer zu zählen: drei Bilder an der Wand, acht Stühle um den Tisch, zwei Monitore auf dem Schreibtisch, eine Uhr, zwei Flipcharts, vier Regale. Und als ich anfange, die Bücher im Regal zu zählen, fühle ich mich wie Graf Zahl aus der Sesamstraße. Ich habe es früher geliebt, wie er mit seiner unnachahmlich tiefen Stimme alles in seiner Umgebung gezählt hat, ständig umflattert von diversen Fledermäusen, was eine ebenso gruselige wie faszinierende Wirkung auf mich hatte.

Bei dem Gedanken daran, entfährt mir ein kurzes Kichern, was ich aber durch ein Räuspern zu überspielen versuche.

Nun schiebt Herr Schröder seinen Bürostuhl zurück, steht auf und kommt endlich zu mir herüber. Er zieht sich den Stuhl zurecht, der mir schräg gegenübersteht, und setzt sich.

„Nun, Frau Berger, ich beobachte sie schon seit ein paar Monaten.“

Oh oh. Was habe ich denn getan? Also doch wegen der überzogenen Mittagspause? Ich zupfe an meiner Nagelhaut herum und sehe meinen Chef an. Hält er mir jetzt eine Strafpredigt? Kriege ich eine Abmahnung? Werde ich gefeuert?

Dann hält er mir einen ewig langen Vortrag über den Umsatz des Unternehmens, Gewinn und Verlust, seine Rolle als Abteilungsleiter, Kundenakquise, Aktienanteile und einiges mehr. Ich interessiere mich nicht für solche Dinge und verstehe deshalb leider gar nicht, worauf er hinauswill.

Nach einer Weile schwirrt mir der Kopf und ich frage mich, was das alles überhaupt mit mir zu tun hat. Doch dann kommt er auf Beförderungen und Aufstiegsmöglichkeiten zu sprechen, und ich werde hellhörig und setze mich gerade hin.

„… und da ich gesehen habe, dass Sie einen Großteil des Tages sowieso mit Kundenbetreuung verbringen, und das auch noch sehr gut machen, dachte ich, Sie hätten vielleicht Interesse, die Consulting-Stelle zu übernehmen, die bald frei wird.“

Ich starre ihn an und kann mich gerade noch davon abhalten, den Mund vor Verwunderung offen stehen zu lassen. Also geht es gar nicht darum, dass ich irgendetwas falsch gemacht habe? Sondern er bietet mir tatsächlich eine Beförderung an? Das ist ja toll! Dann hat sich die harte Arbeit ja doch gelohnt.

„Sie würden ein eigenes Büro bekommen…“

Das ist gut.

„… und einen Firmenwagen…“

Moment.

„… da sie häufig beim Kunden sein werden.“

Das ist weniger gut.

„Und Sie reporten dann immer direkt an mich.“

Würg. Na prima.

Er beendet seine Rede mit einem fetten Grinsen.

„Was sagen Sie dazu?“

Ehrlich gesagt fehlen mir die Worte. Das ist eigentlich schon toll und würde bestimmt auch mehr Gehalt bedeuten, aber … noch mehr Kundenbetreuung? Zum Kunden fahren? Dann werde ich ständig unterwegs sein und Ben vermutlich noch seltener sehen.

Herr Schröder lehnt sich zurück und verschränkt die Arme.

„Jetzt überschlagen Sie sich doch nicht gleich vor Begeisterung!“

„Doch, doch. Das klingt toll. Und ich danke Ihnen für Ihr Vertrauen und diese super Chance. Aber …“

„Aber was?“

„Könnte ich vielleicht ein paar Tage darüber nachdenken?“

Herr Schröder klingt alles andere als begeistert. „Aber überlegen Sie nicht zu lange. Es stehen noch ein paar andere Kandidaten auf meiner Liste, die die Stelle sicher sofort nehmen würden.“

Mit diesen Worten steht er auf, was wohl das Zeichen für mich sein soll, dass das Gespräch beendet ist.

Ich wünsche ihm noch einen schönen Tag und verlasse sein Büro.

 

Wenn du magst, schreib mir doch bitte, wie dir die Leseprobe gefallen hat bzw. was dir fehlt oder ob du gern noch mehr erfahren würdest 🙂 Schreib mir einfach eine E-Mail oder kontaktiere mich über Facebook. Ich freu mich auf deine Nachricht!

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